Fuss - Hallux Rigidus
Operative Versorgungsmöglichkeiten
Wenn die konservativen Maßnahmen versagen oder bereits eine fortgeschrittene Gelenkzerstörung vorliegt, kann eine Operation nötig werden. Die operativen Maßnahmen können in gelenkerhaltende, gelenkversteifende und gelenkersetzende Methoden unterteilt werden. Die gelenkerhaltende Operation ist für leichte bis mittelschwere Verlaufsformen der Großzehenarthrose geeignet. Die Operation hat den Vorteil, dass sie nach Abtragen der Knochenwucherungen und Erweiterung des Gelenkspaltes durch minimale Verkürzung des ersten Mittelfußknochens, ein Abrollen über die große Zehe wieder möglich macht. Bei fortgeschrittenen Arthrosen wird eine Gelenkversteifung oder ein künstlicher Gelenkersatz nötig.
Der künstliche Gelenkersatz
Die von uns verwendete Siliastik-Prothese (fexible toe implant) ist vom Konstruktionsprinzip ein dynamischer Platzhalter. Die Gelenkstabilisierung und langfristige Korrektur der Gelenkfehlstellung ist Abhängig von der Rekonstruktion der Weichteilführung, welche im Sinne des sog. “encapsulation process” die Gelenkführung übernimmt. Zunächst entfernen wir das Köpfchen des ersten Mittelfußknochens. Nach Aufarbeitung der Knochenkanäle setzen wir das Silikonimplantat ein. Essentiell für den Erfolg der Operation sind eine sorgfältige Rekonstruktion der Kapsel-Weichteilstrukturen und eine adäquate Nachbehandlung. Die Vorteile des Kunstgelenks gegenüber dem ersatzlosen Entfernen und Neumodellieren der Gelenkflächen (sog. Resektionsarthroplastik) liegen im Erhalt der Zehenlänge und besseren funktionellen Ergebnissen. Die Rückzugsmöglichkeiten bei möglichem Versagen der Implantate reichen vom Prothesenwechsel, über die ersatzlose Entfernung der Prothese (sog. Sine-Plastik) bis hin zur Gelenkversteifung.
Die Versteifung des Zehengrundgelenks (Arthrodese )
Bei starken Knochenverlusten, großen Instabilitäten und Revisionsoperationen ist die Zehengrundgelenksversteifung (Arthrodese) Methode der Wahl. Wir sehen zudem bei rasch-gelenkzerstörendem (mutilierendem) Verlauf eine sinnvolle Alternative zu den oben aufgeführten Resektions-Arthroplastiken. Es sollte darauf geachtet werden, dass später eine gute Abrollposition mit entsprechender Schuhzurichtung erreicht werden kann. Die Position der Grundgelenksfusion erfolgt in 10 bis 15° Valgus(X)stellung und entsprechend 15 bis 20° Beugestellung. Bei Mitbefall des End-(IP)-Gelenkes wird dieses in die Versteifung miteinbezogen. Grundsätzlich kann nach sparsamer Knochenresektion und zum Teil aus sphärischer Präparation der korrespondierenden Knochenanteile die Versorgung einschließlich des End-Gelenkes mit einer langen Knochenschraube erfolgen. Soll nur das Grundgelenk zur Versorgung mit einbezogen werden, ist die Zuggurtungsarthrodese mit parallelen Kirschner-Drähten und einer Zuggurtung in Achtertour durch das Grundgelenk in der Methode nach Siegmüller Versorgung erste Wahl in unserem Hause.
